Was ist Płomjo?
Płomjo und Płomje sind die einzigen sorbischen Zeitschriften für Kinder in Deutschland. Płomjo erscheint seit 1952 in obersorbischer Sprache (Gegend um Bautzen und Kamenz). Płomje erscheint seit 1957 in niedersorbischer/wendischer Sprache (Gegend um Cottbus).
Interessant ist: Diese beiden Sprachen sind zwei von elf slawischen Sprachen, die alle sehr verwandt sind, weil sie vor 2 000 Jahren aus einer urslawischen Sprache hervorgegangen sind. Ein Sorbe kann alle slawischen Sprachen – diese sprechen fast eine halbe Milliarde Menschen – gut bis sehr gut verstehen und relativ leicht erlernen.
Wie kamen die Sorben nach Deutschland?
Bereits im Jahre 631 werden die Sorben in einer fränkischen Chronik, die der Münch Fredegar geschrieben hat, zum ersten Mal erwähnt. Mit der Völkerwanderung kamen auch sorbische Stammesverbände im 4. und 5. Jahrhundert aus der Karpatengegend bis zur Elbe und Saale. Einst besiedelten sie nicht nur die heutige Lausitz, wo Płomjo und Plomje gelesen wird. So gab es zu Lebzeiten Martin Luthers sogar noch um Wittenberg Sorben.
1960 hatten Płomjo und Płomje Über 6 000 Leser in der Ober- und Niederlausitz. Heute ist es knapp die Hälfte, da die Schülerzahlen in den letzten beiden Jahrzehnten ziemlich stark zurückgegangen sind. Trotzdem warten jeden Monat die Leser im Alter zwischen 7 und 14 Jahren gespannt auf das neue Płomjo/Płomje. Darin finden sie Leserzuschriften, immer eine neue sorbische Erzählung, Märchen und Sagen, ein neues Lied, Krimis und Comics, etwas aus der Geschichte, dem Sport, der Natur und dem Tierreich, Interessantes über Technik, alte und neue Erfindungen, Rezepte, Basteltips, Kuriosit�ten. Witze, Suchbilder, Rätsel und Ausmalebilder sind in jeder Nummer dabei.
Die Zeitschriften werden vom Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V., WITAJ-Sprachzentrum, in dem sich auch die Redaktionen befinden, herausgegeben und erscheinen im Domowina-Verlag GmbH Bautzen.
Monatlich sind sie über Verlags-Abo oder in der Smolerschen Verlagsbuchhandlung in Bautzen sowie in der „Lodka“ im Wendischen Haus in Cottbus erältlich.

